WEIT>>SICHTEN – DER PODCAST VON AFILEON
Diversität und Respekt
22. Oktober 2026 · 21 Minuten · Corporate Agenda · Frank W. Jacob und Doris von Arps-Aubert
Shownotes
In dieser Folge von Weit>>sichten spricht Frank W. Jacob (CCO Afileon) mit Doris von Arps-Aubert, Geschäftsführerin der Afileon Partnerkanzlei von Arps-Aubert in Berlin und Mitglied im Partners Council, über den Aufbau eines Frauennetzwerks bei Afileon. Doris berichtet aus vierzig Jahren Berufserfahrung, davon siebenundzwanzig Jahre selbstständig, über historisch gewachsene männliche Dominanz in der Steuerberatung, über Mentoring in der eigenen Kanzlei, über den Umgang mit Diversität zwischen Stadt und Land sowie über persönliche Prägungen durch ihren Großvater und die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth. Im Zentrum stehen Respekt, Klarheit, Mut zur direkten Ansprache und die Frage, wie Männer bei diesem Thema aktiv mitgenommen werden können.
Diese Folgen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Steuerberatung im Einzelfall. Für eine konkrete Beurteilung Ihrer Situation wenden Sie sich bitte an einen Steuerberater Ihres Vertrauens. Berufsrechtlicher Hinweis nach § 57 Abs. 1 StBerG und § 9 BOStB.
Doris von Arps-Aubert: Mir fällt immer wieder auf, dass, ähm, noch sehr viel Aggressivität dominiert und sehr viel Machtkampf und Profilierungsneurosen. Ähm, aber diese ganzen Aspekte sind egogetrieben.
Frank W. Jacob: Willkommen, liebe Doris. Doris von Arps-Aubert, Steuerberaterin, Geschäftsführerin unserer Afileon-Partnerkanzlei von Arps-Aubert in Berlin und Mitglied im Partners Council.
Doris von Arps-Aubert: Danke schön für das herzliche Willkommen. Ich freue mich, dass ich da sein darf und mit dir hier spreche, lieber Frank.
Frank W. Jacob: Wir sind ja bei Afileon dabei, ein Frauennetzwerk aufzubauen. Ich weiß, dass du dich schon seit Jahren mit dem Thema beschäftigst.
Doris von Arps-Aubert: Das ist richtig. Die Branche ist nicht bewusst, ähm, männerdominiert, aber sie ist einfach historisch so gewachsen. Und, ähm, im Grunde dürfen wir ganz weit zurückblicken in die Urzeit der Menschlichkeit und, äh, da waren die Männer eben die Kämpfer und die, äh, Jäger und Sammler und die Frauen haben den Haushalt, die Kinder zusammengehalten. Und dieses Urbewusstsein hat sich tief in uns eingeprägt, auch wenn sich die Strukturen verändert haben. Die Frauen haben sich verändert, aber auch die Männer haben sich verändert. Und es ist, äh, es ist klug, wenn die Frauen und Männer der heutigen Zeit einfach auch einen Perspektivenwechsel vornehmen können und auch mal nach rechts und links schauen, was um sie herum sich verändert hat.
Frank W. Jacob: Sicherlich sind seit der Urzeit viele tradierte Verhaltensweisen bei und zwischen männlichem und weiblichem Geschlecht festzustellen. Äh, in der Steuerberatung sehen wir ja, für mich immer noch überraschend, eine sehr, immer noch, auch im Jahr 2026, eine große männliche Dominanz. Wie ist da so dein Erleben der letzten Jahre? Du bist ja nun schon viele Jahre in vielen Gremien tätig gewesen und, äh, in vielen, äh, Kammern und, ähm, was sind deine persönlichen Erfahrungen?
Doris von Arps-Aubert: Durchaus, lieber Frank. Also ich bin seit 40 Jahren in diesem Beruf tätig, von der Ausbildung über Studium, über Gremien, wie du gerade sagtest, äh, über 27 Jahre selbstständig. Ähm, ich habe immer festgestellt, dass, äh, die Branche immer sehr männerdominiert war und, ähm, die Frauen oft, auch wenn sie etwas zu sagen hatten, ähm, es nicht an den Mann gebracht haben. Sie w-wurden teilweise nicht gehört, sie wurden überhört, ähm, und man hat sie einfach nicht gesehen. Und, ähm, ich denke, das wollen wir bei Afileon ändern. Wir wollen neuere, neue Karrierepfade aufzeigen. Wir wollen den Frauen ein Mentoring zur Seite stellen. Wir wollen ihre Sichtbarkeit vorantreiben.
Frank W. Jacob: Eines der großen Themen dabei ist ja, dass, äh, wir Menschen per se ja extrem unterschiedlich sind, jeder Einzelne. Und, äh, so gibt es natürlich auch bei den Geschlechtern tausende von unterschiedlichen Verhaltensmustern und, ähm, Rollenverständnissen. Wie kann man es schaffen, in einem Unternehmen diese unterschiedlichen Bedürfnisse und unterschiedlichen Ausgangspositionen, sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen, dementsprechend zu adressieren?
Doris von Arps-Aubert: Ich denke, dass, äh, die Akzeptanz der Diversität, ähm, der Schlüssel zu allem ist. Erst einmal zu erkennen, dass Diversität auch eine eigene Rolle einnehmen darf. In der Diversität, ähm, müssen wir auch Klarheit schaffen. Wir dürfen, äh, klar, äh, die Menschen auffordern, ihre Ziele, ihre Wünsche, ihre Bedürfnisse auch klar zu kommunizieren. Und, äh, bei Afileon wollen wir hier eine ganz tolle Plattform schaffen. Und über diese Klarheit, die wir schaffen, das ist ja auch unser Motto von Afileon und das vertreten wir auch ganz klar, wollen wir eben den Frauen, den diversen Menschen eine Bühne bieten. Und, äh, wenn es, äh, in den Kanzleien auch die entsprechenden Förderer und Forderer gibt, dann werden wir diese Ziele ganz bewusst auch fördern können.
Frank W. Jacob: Ja, nun schon ein wenig und ich weiß, dass, äh, dir immer persönlich ganz wichtig ist, dass es ja nicht darum geht, jemand, irgendjemand auszugrenzen bei so etwas, sondern du möchtest ja immer alle mitnehmen. Und insofern ist ja auch ganz wichtig, aber sicherlich 'ne große Aufgabe, ähm, dass man eben die Männer bei dieser Thematik immer mitnimmt, dass man sie nicht irgendwo in die Ecke schiebt oder ihnen das Gefühl gibt allein, dass es etwas ist, was in irgendeiner Weise gegen sie, äh, Gebaut wird.
Doris von Arps-Aubert: Das ist richtig. Äh, wir haben ja alle unsere Stärken, die Männer wie die Frauen. Und, ähm, wenn wir die Stärken gegenseitig wahrnehmen und sie auch nutzen, um uns gegenseitig zu unterstützen, dann können wir Großes bewirken. Und ich denke, in einer noch im Moment noch männerdominierten Welt würde ich mir wünschen, dass die Männer wirklich hingucken und sagen, diese Frau an meiner Seite, die hat vielleicht das, was ich nicht habe. Vielleicht fehlt mir die emotionale Seite, weil ich zu rationalistisch bin oder vielleicht ist sie besser strukturiert wie ich und ist für mich eine wertvolle Ergänzung. Das nur als Beispiel. Und dann können Männer und Frauen gemeinsam stärker werden und wir leben das ja bei uns in der Kanzlei. Wir sind, ähm, ein Mann und vier Frauen in der Führungsebene und er fühlt es sich manchmal in der Unterzahl, aber dennoch sind wir ein wahnsinnig starkes Team, weil wir uns gegenseitig respektieren und akzeptieren, uns zuhören, unsere Wünsche auch offen kommunizieren. Und ich denke, das ist der absolute Schlüsselpunkt, offen und ehrlich und respektabel miteinander umzugehen.
Frank W. Jacob: Wie ist denn dein persönlicher Weg, wenn du in einer ganz konkreten Situation bist, wo du das Gefühl hast, in deiner-- äh, wo du das Gefühl hast, dass der Respekt möglicherweise nicht ganz so da ist, wie er da sein sollte. Und das ist ja sogar eine Situation, die sich, äh, jeder vorstellen kann, egal welchen Geschlechts. Äh, ist es bei dir so, dass du, ähm, direkt etwas sagen würdest? Oder würdest du persönlich, ähm, die Situation abwarten und das praktisch, äh, hinter den Kulissen ansprechen oder nach ansprechen? Ich meine, das sind ja, glaube ich, auch schon immer so Themen, die ganz schwierig sind. Äh, spreche ich es an oder mache ich es mal bei der richtigen Gelegenheit? Äh, gerade auch jüngere Frauen, die da sicherlich verständlicherweise, wenn ich mich daran erinnere, wie ich in meinen Zwanzigern waren, war, war, dann, äh, hätte ich auch nicht gewusst, wie mache ich's richtig? Gehe ich das direkter an oder eben warte ich auf die Gelegenheit, die vielleicht nicht kommt?
Doris von Arps-Aubert: Ich denke, es braucht auch Mut und es braucht auch Werte, die die Frauen innerlich leben dürfen. Ich wurde mit sehr vielen, äh, Werten und auch Moral und Respekt erzogen und ich denke immer, es ist eine Art der, des Umgangstons. Ich bevorzuge eher, die Dinge sofort anzusprechen und ich denke, einige starke Frauen, die ich kenne, ähm, ticken ebenso. Ähm, und du kannst alles mit Charme auch, ähm, kommunizieren. Du kannst mit Charme dich äußern und sagen: "Du, mach es doch nächstes Mal anders oder, hm, lass mich aussprechen. Du hast ja noch gar nicht gehört, was ich Schönes zu sagen habe." Und mit einem Lächeln auf den Lippen, denke ich, kann man immer die direkte Ansprache im Moment auch suchen. Vielleicht, ähm, merken dann manche Männer auch eher, wann sie vielleicht mal die Kurve nicht rechtzeitig genommen haben.
Frank W. Jacob: Hast du persönlich, äh, Erfahrung mit Mentoring?
Doris von Arps-Aubert: Ja, ähm, durchaus bei uns in der Kanzlei. Wir unterstützen in der Kanzlei auch die Frauen. Wir haben eine sehr hohe Frauenquote, aber auch eine hohe Männerquote. Bei uns ist es bunt gemischt, weil wir den Menschen sehen und seine Talente. Und das ist das Wichtigste. Und, äh, wir haben auch, ähm, seit einigen Jahren begonnen, den einzelnen Mitarbeitern auch Mentoren zur Seite zu stellen, egal ob Mann oder Frau oder divers, das spielt gar keine Rolle, ähm, an den er sich immer wenden kann, der ihn fördern kann. Und ich finde, gerade bei Afileon haben wir die Riesenchance, auch innerhalb der Afileon-Kanzleien ein gegenseitiges Mentoring auch zu etablieren. Da sehe ich eine ganz große Chance drin.
Frank W. Jacob: Ihr seid ja mit eurer Kanzlei in Berlin, in der Hauptstadt, Großstadt. Hast du das Gefühl, dass es, dass der Kanzleialltag schon sehr anders aussieht, wenn man irgendwo auf dem niedersächsischen Land ist oder in Hessen weit ab von Frankfurt und anderen Großstädten? Ist das schon, äh, auch heute noch im Jahr 2026 sehr unterschiedlich oder nähert sich das an?
Doris von Arps-Aubert: Also ich glaube, dass sich's, wenn sich's annähert, sehr schwach annähert, weil wir haben ja alle auch innerhalb Deutschland in den Bundesländern eine völlig unterschiedliche Mentalität. Das merken wir auch an den Regionaltreffen, ja. Und man muss natürlich sagen, auch die Menschen haben eine unterschiedliche Art von Humor, die sie mitbringen. Und das ist, finde ich, ganz wichtig im Leben und auch in der, in der Frage der Diversität. Ähm, es braucht sehr viel Sensibilität und sehr viel, ähm, Empathie, um diese Themen, ähm, zusammenzubringen, Land und Stadt. Wir haben's selber erlebt zwischen München und Berlin, ja, wie die Menschen unterschiedlich ticken. Aber wenn man offen aufeinander zugeht, dann sehe ich überhaupt kein Problem. Und-- Der Schlüsselanker ist immer das Wort Respekt und Empathie.
Frank W. Jacob: Aber es gibt eben nicht dieses one size fits all, ne. Es gibt nicht sozusagen die Tipps für, äh, die Standardtipps, sondern man muss sich immer sehr individuell mit den Menschen vor Ort, äh, sich das anschauen, anhören, zuhören und Ideen entwickeln, denk ich.
Doris von Arps-Aubert: Und gerade bei unserem, äh, Afileon-Frauennetzwerk legen wir besonderen Wert drauf, diese, äh, sch-speziellen Menschen, diese besonderen Menschen zu erkennen und zu fördern. Wir, äh, wollen nicht nur auf der Oberfläche tanzen, wir wollen tiefer hineingehen in die Kanzleien. Wir wollen uns die Menschen gemeinsam anschauen. Es wird sich entwickeln, es wird Zeit brauchen. Wir können nicht alles auf einmal, aber wir werden die Sensibilität haben, um diese besonderen Menschen zu entdecken.
Frank W. Jacob: Und du hast mehrfach schon das Wort Respekt gesagt, äh, als Grundlage eigentlich von allem menschlichen Miteinander und ich glaube, auch hier kann man sagen, dass, ähm, man eben auch den Respekt dem anderen Weg bei diesem Thema immer haben muss, nicht? Man muss aushalten können, dass, ähm, andere Menschen, andere Kanzleien anders mit dem Thema umgehen, als man es vielleicht selber bei sich in der Kanzlei machen würde, aber dass das genauso richtig sein kann wie der eigene Weg. Einfach weil die Menschen so unterschiedlich sind, oder?
Doris von Arps-Aubert: Das, das ist richtig. Aber es heißt die Augen aufmachen und, ähm, es ist-- ich, ich vergleich es immer wie mit Bücher lesen oder ein Podcast hören. Plötzlich bekommst du eine völlig andere Sichtweise von dem, was du ursprünglich gedacht hast. Oder du f-feinjustierst deinen Gedankengang noch mal. Und ich denke, je öfter wir auch im Rahmen unseres Afileon-Frauennetzwerk Themen ansprechen und auch, ähm, von verschiedenen Seiten Themen beleuchten, umso mehr Sensibilisierung bekommen wir auch in die Kanzleileitungen, in die Führungskräfte hinein. Und ich denke, ähm, starke Führungskräfte werden gewisse Dinge aufgreifen, die sie vielei-- die ihnen vielleicht noch fehlen oder Dinge noch mehr umsetzen, die sie schon gelernt haben im Laufe ihres, ähm, Berufslebens und, ähm, einfach noch mal genauer hingucken in ihre Reihen, weil wir wollen ja alle stark sein, wir wollen ja vorankommen, wir wollen ja erfolgreich sein. Und, ähm, ich glaube, der größte Fehler wäre, einfach wegzuschauen. Und da wollen wir in unserem Afileon-Frauennetzwerk immer wieder den Blick drauf richten.
Frank W. Jacob: Man kann ja sich Dokumentationen anschauen, äh, von beispielsweise auch der jüngst verstorbenen ehemaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, so aus den siebziger, achtziger, neunziger Jahren, die Frauen im Deutschen Bundestag oder überhaupt in der Politik. Wenn du so Dokumentationen siehst aus der Zeit, also dreißig Jahre her, ähm, was, was kommt dir da in den Kopf? Also w-w-was ist das Erste, was du dann denkst, wenn du so siehst wirklich Geschichten, die man zum Teil eigentlich kaum glauben kann, was, äh, dort, äh, zum Teil, wie man sich den Frauen gegenüber verhalten hat. Aber, aber was sind so die Gedanken, die dir da in den Kopf schießen?
Doris von Arps-Aubert: Ich muss ganz ehrlich sagen, ich, äh, bin mit der Politik ja in Berührung gekommen durch meinen Großvater. Ich war auch immer-- w-wurde von ihm manchmal mitgenommen zum Neujahrsempfang vom Ministerpräsidenten in München und auch da fiel es mir, ähm, wurde es mir extrem bewusst, w-wie männerdominant, äh, die Szenerie damals war und, äh, die Frauen immer so fast schon wie im Orgien so 'n halben Schritt dahinter standen und die Männer geredet haben. Aber Rita Süssmuth, die hat sich durchgesetzt und das ver-- hat mich immer schon begeistert. Und komischerweise mein Großvater, ähm, sagte damals schon, ähm: "Doris, ich rate dir eins für dein Leben: Du musst dir angewöhnen, parkettsicher zu sein." Und dann sag ich: "Wie meinst du jetzt das? Auf dem großen Parkett sein?" "Nein, nein", hat er gesagt, "fang damit an, dass du siehst, alle Menschen sind im Grunde erst mal gleich." Also er hat es noch etwas bayerischer ausgedrückt. Ähm, "wenn wir alle nackert sind, schauen wir alle gleich aus", hat er immer gesagt. Und, ähm, das hat mich geprägt für mein ganzes Leben. Und das hat wieder etwas mit Respekt zu tun, ja. Und Rita Süssmuth zum Beispiel, die hat sich nicht rausbringen lassen. Sie hat auch ihren Standpunkt, wenn sie überzeugt davon war, vertreten. In meiner Auffassung hat sie sich aber auch mal korrigiert, wenn sie falsch lag und das fand ich sehr, sehr beeindruckend. Und, äh, ja, solche Menschen haben mich geprägt. Ich fand es toll, dass sie den Frauenpower damals schon hervorgestellt hat oder nach vorne gestellt hat. Und, äh, es gab aber auch damals schon Männer, siehe mein Großvater, die sehr respektabel damit umgegangen sind. Das fand ich toll.
Frank W. Jacob: Nun ist ja Gott sei Dank schon viel passiert, muss man sagen, seit den Zeiten, über die wir sprechen, wo Rita Süssmuth aktiv war. Ähm, ja Dennoch, äh, also mein persönliches Empfinden ist, dass wir so 'n gewissen Level erreichen, ähm, aber über diesen Level uns irgendwie nicht unbedingt weiterentwickeln. Also worauf ich hinaus will, ist, dass ich schon feststelle, dass auch bei der ganz jungen Bevölkerung ich auch durchaus nicht überall das Gefühl hab, alles ist fein bei dem Thema, über das wir sprechen, sondern, ähm, dass, also dass es nicht nur wirklich ein, äh, Thema ist für, äh, Menschen ab 40, sondern dass wir auch viel Aufklärungs- und, äh, Mentoring- und, äh, Entwicklungsarbeit auch durchaus bei ganz jungen Menschen leisten müssen.
Doris von Arps-Aubert: Mhm. Durchaus. Mir fällt immer wieder auf, dass, ähm, noch sehr viel Aggressivität dominiert und sehr viel Machtkampf und Profilierungsneurosen. Ähm, aber diese ganzen Aspekte sind egogetrieben. Und ich denke, wenn die Menschen mehr, mit mehr Liebe miteinander umgehen würden, mit mehr Aufmerksamkeit und mehr Wertschätzung und, äh, dass ein anderer auch anders sein kann und dass ein anderer vielleicht auch ganz viele positive Aspekte mitbringt in eine Sache als Mensch, wie auch immer. Ähm, wenn wir anfangen zu akzeptieren und in Liebe zu leben, das klingt jetzt vielleicht ein bisschen esoterisch, so ist es aber nicht gemeint, aber man sieht ja, was zurzeit a, in der Welt los ist. Und, ähm, im Grunde sind diese ganzen Kriege egogetrieben.
Frank W. Jacob: Du willst damit sagen, Polarisierung hilft nicht.
Doris von Arps-Aubert: Richtig. Das möcht ich damit sagen.
Frank W. Jacob: Wenn, wenn du ein, zwei Wünsche hättest, die, äh, vielleicht, also über das ja schon Gesagte hinaus, wo du dir wünschen würdest, ähm, wenn wir, wenn wir das schaffen würden, entweder als Einzelner oder auch als natürlich als Gesellschaft, ähm, das irgendwie zu erreichen. Gibt's da irgendwas, wo du sagst, also, also neben dem Respekt und, und wie gesagt, den wichtigen Punkten, über die wir ja schon gesprochen haben, gibt's da irgendwas ganz Persönliches, wo du sagen würdest, wenn ich das noch in meiner Lebenszeit erleben darf, dann bin ich froh?
Doris von Arps-Aubert: Ich würde mir wünschen, dass die Menschen mehr im Dialog bleiben, mehr in der Klarheit miteinander, in der Liebe. Und, ähm, ich würde mir auch wünschen, die Diversität wäre ... Das würd ich mir wirklich wünschen, dass die Menschen, so divers sie auch immer sein wollen, ihre volle Anerkennung in der Gesellschaft bekommen. Wir dürfen immer mit lächelnden Augen uns begegnen. Und wie gesagt, ich möcht es nicht esoterisch klingen lassen, aber wenn wir im Herzen voller Liebe sind, dann sind wir's auch im Außen, dann strahlen wir das aus und dann haben wir es auch nicht nötig, andere zu diskriminieren, weil wir aus uns selbst strahlen und dann dürfen auch die anderen neben uns strahlen und keiner nimmt den anderen einen Platz auf dieser Welt weg.
Frank W. Jacob: Und wenn man sich das, was du sagst, dann auf Unternehmensebene vorstellt bei Afileon, dann ist das sicherlich, ähm, kann es keine bessere Motivation für jeden Einzelnen, für jede Einzelne geben, dort, äh, sich so entfalten zu können und so motiviert zu sein, wie es dem Einzelnen, der Einzelnen Spaß macht und für das Unternehmen wichtig ist, oder? Also wenn man in, in seiner Diversität Anerkennung findet.
Doris von Arps-Aubert: Das ist richtig. Genauso wie wir ja durch Afileon mit d-den Kanzleien an den verschiedenen Standorten auch die Möglichkeit bieten, dass Mitarbeiter auch, äh, deutschlandweit sich umorientieren dürfen. Vielleicht wenn sie wegziehen, dann gehen sie ja einfach in eine andere Afileon-Kanzlei. Genauso würde ich das transportieren in, in dieses Diversitätsthema, dass sie auch, ähm, ihren Platz irgendwo bei Afileon immer finden werden.
Frank W. Jacob: Liebe Doris, ganz, ganz herzlichen Dank für das Gespräch. Ich bin mir sicher, dass wir uns in ein, zwei Jahren zu diesem Thema hier noch mal sprechen werden, um zu sehen, was wir auch ganz konkret und persönlich, äh, in unserem Umfeld erreichen konnten und hoffentlich dann auch über, über andere Entwicklungen und hoffentlich eben vor allem positive Entwicklungen dann auch wieder gemeinsam sprechen können. Ganz, ganz herzlichen Dank.
Doris von Arps-Aubert: Ich danke dir.